Freitag, 12. Mai 2017

IN NORWEGEN GEHT 2018 DAS ERSTE AUTONOME ELEKTRO-CONTAINERSCHIFF IN BETRIEB


Ein Großteil des Welthandels wird per Schiff abgewickelt. Die riesigen Containerschiffe sind zwar nicht besonders schnell, transportieren die Waren aber vergleichsweise günstig. Allerdings werden sie in aller Regel auch mit Diesel oder einem anderen fossilen Brennstoff angetrieben. Für das Klima bringt dies eine erhebliche Belastung mit sich. Während man im Straßenverkehr aber immer wieder von neuen Technologien hört – seien es selbstfahrende Autos, der Elektromotor oder die Brennstoffzelle – ist aus der Schifffahrt eher wenig aus dieser Richtung bekannt. In Norwegen wird allerdings bereits seit einiger Zeit versucht, sich auf diesem Gebiet eine Führungsrolle zu erarbeiten. So wurde eigens ein ganzer Fjord bereitgestellt, damit Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen gemeinsam verschiedene Ansätze ausprobieren können.

Bild: YARA

Klimabelastung und Kosten sollen signifikant sinken


Bereits über die Experimentierphase hinaus ist ein Projekt der norwegischen Firma Yara in Zusammenarbeit mit dem auf maritime Technologien spezialisierten Unternehmen Kongsberg. Gemeinsam haben die beiden ein Schiff namens Yara Birkeland entwickelt, dass gleich zwei neue Ansätze mit sich bringt: Zum einen wird es durch einen Elektromotor angetrieben, was die Klimabelastung und die Kosten senken soll. Zum anderen soll das Schiff in der Lage sein, vollkommen autonom zu fahren. Langfristig könnte dies dazu führen, dass die Transporte effizienter durchgeführt werden können, weil mehr Laderaum zur Verfügung steht, da ja keine menschliche Besatzung mehr an Bord ist. Erstmals zum Einsatz kommen soll das elektrische Containerschiff bereits im nächsten Jahr.


Chemikalien und Dünger werden von der Fabrik in nahe gelegene Städte transportiert

Zunächst allerdings muss das Schiff noch von einer Mannschaft an Bord gesteuert werden. Autonome Fahrten sieht auch der norwegische Gesetzgeber noch nicht vor – was sich aber bis zum Jahr 2020 ändern soll. Genutzt wird das Elektro-Containerschiff um Chemikalien und Dünger von einer Fabrik des Yara-Konzerns in die Städte Brevik und Larvik zu transportieren. Bisher werden dafür jährlich 40.000 Lastwagenfahrten benötigt, die nicht unerhebliche Mengen an Klimaemissionen verursachen und auch zur Luftverschmutzung beitragen. Zukünftig soll das von einem Elektromotor angetriebene Schiff diese Aufgabe emissionsfrei übernehmen. Erweist sich dieser erste Einsatz als wirtschaftlich erfolgreich, dürften zudem zeitnah weitere autonome Containerschiffe mit Elektromotor gebaut werden.

Quelle: New Atlas

Mittwoch, 10. Mai 2017

AB 2019 WILL DIE MOTOGP EINE RENNSERIE FÜR ELEKTROMOTORRÄDER ETABLIEREN


Die Formel E für Rennwagen mit Elektroantrieb hat sich in den letzten Jahren als erstklassige Rennserie etabliert. Dies zeigt sich nicht nur an der Tatsache, dass namhafte Hersteller und Fahrer  inzwischen teil des Projekts sind, sondern auch an den Zuschauermassen die regelmäßig in die Innenstädte strömen, um den Spektakel beizuwohnen. Von diesem Erfolg scheint nun auch die Welt der Rennmotorräder inspiriert worden zu sein. Denn die Firma Dorna Sports, die unter anderem  die MotoGP-Weltmeisterschaft veranstaltet, hat nun angekündigt, ab dem Jahr 2019 auch rennen mit Elektromotorrädern veranstalten zu wollen. Klimaschützer hoffen, dass dies dazu beitragen könnte, den Elektroantrieb auch bei Motorrädern stärker als Alternative zu etablieren.

Bildquelle: MotoGP
Spitzengeschwindigkeiten von rund 200 Stundenkilometern sollen möglich sein
Wie der Vorstandsvorsitzende von Dorna Sports, Camelo Ezpeleta, mitteilte, sollen bereits im Jahr 2019 insgesamt fünf Rennen über jeweils mindestens zehn Runden stattfinden. Die Teilnehmerzahl wird bei 18 Fahrern liegen, wobei alle auf dem grundsätzlich selben Motorrad unterwegs sein werden. In der Industrie scheint die Idee bereits recht gut anzukommen. Immerhin haben sich schon vier Hersteller beworben, um die Motorräder für die neue Rennserie zu liefern. Diese sollen eine Spitzengeschwindigkeit von rund 200 Stundenkilometern erreichen – und wären damit nur wenig langsamer als die aktuell genutzten Moto3-Räder. Die neue Rennserie könnte also durchaus auch als Einstieg für talentierte Nachwuchsfahrer dienen.
Der benötigte Strom wird nachhaltig erzeugt
Eine Besonderheit soll zudem dafür sorgen, dass die Rennserie sogar noch grüner wird als die Formel E und vergleichbare Veranstaltungen: Ezpeleta kündigte an, dass der für den Elektromotor benötigte Strom vor Ort durch Solarmodule und Windräder erzeugt werden soll. Auf diese Weise wäre die Fahrt mit dem Elektromotorrad tatsächlich vollkommen emissionsfrei. Grundsätzlich steckt der Markt für Elektromotorräder allerdings noch in den Kinderschuhen. Denn während die Autohersteller bereits zahlreiche Modelle auf dem Markt haben und beständig neue ankündigen, verläuft die Entwicklungsarbeit in der Motorradbranche noch weitgehend im Hintergrund. Besser sieht die Situation bei den Motorrollern aus: Hier kam zuletzt sogar eine Elektrovariante der legendären Cezeta CZ 506 auf den Markt.
Quelle: Electrek